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Allgemein

24. 7. 2021: Schon wieder Großstörung im europäischen Stromverbundnetz

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur 7 Monaten ist das europäische Stromverbundnetz in zwei Teile zerfallen.

Was vor 2021 in der Geschichte unseres Stromverbundnetzes erst drei mal passiert ist, mussten wir in diesem Jahr bereits zwei mal erleben. Nämlich die Aufsplittung des Netzes in zwei Teile durch eine Großstörung.

Das hört sich im ersten Moment recht harmlos an, ist aber eine Situation, die im schlimmsten Fall zu einem europaweiten Blackout führen kann. Nämlich dann, wenn die Schutzmaßnahmen der Netzbetreiber einmal nicht mehr funktionieren.

Was ist passiert?

Bei einem Waldbrand an der französisch-spanischen Grenze hat ein Löschflugzeug offenbar seine Ladung direkt über einer 400-KV-Höchstspannungsleitung abgelassen und so einen Kurzschluss verursacht.

Zu dieser Zeit hat Spanien gerade massiv Strom aus Frankreich importiert und dieser ist dann über andere Leitungen geflossen, die dadurch überlastet wurden und sich somit ebenfalls abgeschaltet haben.

So haben auf einen Schlag in Spanien ungefähr 2500 MW Strom – die Energiemenge von ungefähr drei Kraftwerken – gefehlt und es ist zu einem massiven Einbruch der Netzfrequenz auf 48,66 Hertz gekommen.

Zur Erinnerung: normal sind 50 Hertz und diese Frequenz darf sich im Normalbetrieb nur um 0,2 Hertz nach oben oder unten verändern, sonst werden bereits Regeleingriffe nötig.

Der Frequenzeinbruch war also so massiv, dass es zu einem automatischen Lastabwurf gekommen ist. Dabei wurden große Industriebetriebe und hunderttausende Haushalte vom Stromnetz getrennt, um einen völligen Blackout zu verhindern.

Rund 2 Millionen Menschen in Teilen von Spanien, Portugal und Frankreich waren für eine Stunde ohne Strom, bis das spanische wieder mit dem gesamteuropäischen Stromnetz synchronisiert war.

Aber auch die Synchronisation war laut GRIDRADAR nicht ganz unproblematisch, da zum Zeitpunkt der Re-Synchronisierung der Frequenzunterschied noch rund 220 mHz betragen hat, was zu größeren Schwingungen in der Frequenz geführt hat. Vermutlich wurde dadurch 20 Minuten nach dem Netzzusammenschluss auch ein Ausfall des Pumpspeicherkraftwerks La Muela an der spanisch-französischen Grenze verursacht.

Das zeigt, dass der Wiederaufbau des Stromnetzes nach einem Blackout, bei dem noch viel mehr Teilnetze wieder synchronisiert werden müssten, keine ganz triviale Angelegenheit ist.

Alles gut gegangen – oder doch nicht?

Die Sicherungsmaßnahmen der Netzbetreiber haben also wieder einmal gegriffen. Warum sich also groß darüber den Kopf zerbrechen? Bei uns hat man ja nicht einmal etwas davon gemerkt?

Wir sind glimpflich davongekommen, weil die Störung in einem Randnetz aufgetreten ist. Passiert das in der Mitte Europas, gibt es viel mehr Verbindungen, die ausfallen können. Da wird das Eindämmen des Problems wohl deutlich schwieriger werden.

Bedenklich ist auch die Häufung solcher Großereignisse. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 bereits zwei Netzaufsplittungen, die erste war am 8. Jänner 2021. Vorher ist das insgesamt erst dreimal passiert, nämlich 2003, 2006 und 2015.

Blackout-Risiko steigt – Vorbereitung wichtiger denn je

Bereits Anfang 2020 haben das Österreichische Bundesheer und Experten wie Herbert Saurugg den Eintritt eines Blackouts innerhalb der nächsten 5 Jahre für sehr wahrscheinlich gehalten. Diese Einschätzung halte auch ich für realistisch.

Sich für mindestens 14 Tage selbst versorgen zu können, ist daher wichtiger als je zuvor. Ein Blackout ist ja nicht nur einfach ein größerer Stromausfall, sondern betrifft das komplette Kommunikations- und Logistik-Netz. Lebensmittel, Medikamente, Produktion, medizinische Versorgung... alles wird beeinträchtigt.

Wenn man dann noch überlegt, dass sich wahrscheinlich 60 Prozent der Bevölkerung nach einer Woche nicht mehr selbst helfen können und bei einem derart großflächigen Ereignis auch von außen keine Hilfe kommen wird, dann ist es allerhöchste Zeit, mit der Krisenvorsorge anzufangen.


Mein Video zu diesem Ereignis:


 

Quellen und weitere Infos

 

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Heute früh hat mich ein Mail von Herbert Saurugg mit folgendem Aufruf in meinem Postfach erwartet: "Sollten Sie und Ihre Familie noch nicht ausreichend vorgesorgt haben, um zumindest 14 Tage gut über Krisen zu kommen, dann tun Sie das bitte jetzt!"
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Um Tirols Gemeinden besser auf einen möglichen Blackout vorzubereiten, ruft das Land Tirol jetzt einen Fonds ins Leben, der dazu beitragen soll, die Notstromversorgung auszubauen.
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An diesem Freitag, dem 12. 11. 2021, findet auf Initiative des Tiroler Landeshauptmannes Günther Platter unter dem Titel „ENERGIE.21“ in Österreich eine bundesländerübergreifende Blackout-Übung statt. 
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