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Was tun bei Stromausfall? Informationen, Tipps und Produktvorstellungen zur Vorsorge bei Black Out und anderen Krisenszenarien

Allgemein

Nachtrag zum Fast-Blackout am 8. 1. 2021 – Update 27. 1. 2021

Nur einen Tag, nachdem es in Europa fast zu einem Blackout gekommen wäre, gab es auch in Pakistan großräumige Stromausfälle durch den Abfall der Netzfrequenz.

Dass der Netzfrequenzabfall am 8. Jänner 2021 – siehe "Europa schrammt knapp am Blackout vorbei" – nicht ohne war, sollten zumindest all jene mitbekommen haben, die sich ein wenig mit den Themen Stromversorgung und Energiewende beschäftigen.

Ausgegangen ist das Problem ja von Rumänien (siehe Update weiter unten) und hat zu einer Aufsplittung des europäischen Verbundnetzes in zwei Teilnetze geführt. So stark musste erst ein einziges Mal (am 4. 11. 2006) eingegriffen werden, seit es das Verbundnetz gibt.

Die Großstörung ist zwar noch einmal glimpflich abgelaufen, weil Sicherheits­maßnahmen gegriffen haben, allerdings wird immer noch an der eigentlichen Ursache geforscht. Es wäre also falsch, sich in Sicherheit zu wiegen.

Millionen auch in Pakistan ohne Strom

Was mir dann am Abend des 9. Jänner 2021 weiter zu denken gegeben hat, war die Meldung, dass es auch in Pakistan zu einer Großstörung gekommen ist, bei der ebenfalls die Netzfrequenz durch Kraftwerksausfälle kritisch gesunken ist. Schuld war eine Störung in einem Wärmekraftwerk, mehrere Millionen Menschen waren einige Stunden ohne Strom.

Pakistan ist zwar nicht mit dem europäischen Stromnetz verbunden, aber die zeitliche Nähe hat mich im ersten Moment an einen Hackerangriff denken lassen. Siehe Stromausfall in mehreren pakistanischen Städten (ORF).

Stromnetz ist nicht so sicher, wie vermutet

Die österreichischen Stromerzeuger warnen nicht zum ersten Mal davor, dass solche Ereignisse immer mehr zunehmen und Noteinsätze häufiger werden – siehe auch Blackout-Gefahr: Immer mehr Noteinsätze (ORF).

Im Gegensatz dazu behaupten österreichische Regierungsstellen, dass das Stromnetz sicher ist.

Dazu möchte ich einen Absatz von Herbert Saurugg (Blackout-Experte und Krisenmanager) zitieren: "Besonders bedenklich ist, wenn Regierungstellen in Presseaussendungen über solche Vorfälle falsch berichten und ausgerechnet bei so einem wirklich extrem kritischen Vorfall Behauptungen über eine angeblich so sichere Stromversorgung verbreiten.

Das ist völlig kontraproduktiv, denn es schwächt die Resilienz der Bevölkerung gravierend (Warum sollte eine Vorsorge getroffen werden, wenn eh keine Gefahr droht?).

Die Bevölkerung muss sich da getäuscht vorkommen, was bereits durch die mangelhafte Sicherheitskommunikation während der Coronakrise schlimm genug ist. Das ruiniert leider die Glaubwürdigkeit von offiziellen Stellen und Verlautbarungen weiter." (Quelle: Bedenkliche Ereignisse 2021)

Außerdem möchte ich auf seinen Artikel verweisen, in dem er oben genannte Presseaussendung zerpflückt und fachlich falsche Informationen aufzeigt: Österreichische Stromversorgung ist sicher – wirklich?

In meinen Augen sehr wichtige Infos.

Ich hoffe sehr, dass sich nach diesen Ereignissen noch viel mehr Menschen dazu entschließen, zumindest auf ein paar Tage Unabhängigkeit von Strom und Hilfe von außen hinzuarbeiten.

Update 27. 1. 2021 zum Beinahe-Blackout vom 8. 1. 2021

Es wird weiter untersucht, was die genaue Ursache für den Beinahe-Blackout am 8. Jänner war und inzwischen kristallisiert sich heraus, dass die Ausfälle in Rumänien nicht die Ursache, sondern eine Folge waren.

Eigentlich hat ein Umspannwerk in Kroatien die Stromstörung verursacht, wie im Artikel EU-Stromnetz: Umspannanlage in Kroatien verursachte beinahe Blackout (heise) zu lesen ist.

Einen Absatz möchte ich aus dem langen Artikel herausgreifen und hier zitieren:

Auf Basis der vorläufigen Ergebnisse soll eine Expertenkommission nun die Ereignisse entsprechend der gesetzlichen Vorgaben vollständig aufklären. Christian Rehtanz, Leiter des Instituts für Energiesysteme an der TU Dortmund, wertete den Vorfall als "sehr großes Störereignis für die gesamte Netzstruktur" mit weiterem Analysebedarf. Die Möglichkeit einer überstrombedingten Sammelschienentrennung hätte ihm zufolge "entweder in den betrieblichen Planungen berücksichtigt werden müssen, sodass ein derartiges Ereignis nicht zu Folgeauslösungen geführt hätte, oder eine derartige Überstromschutzfunktion hätte an dieser Stelle nicht aktiv sein dürfen".

Das sieht für mich so aus, als ob das europäische Stromverbundnetz inzwischen so komplex wäre, dass nicht einmal mehr die Verantwortlichen über alle Zusammenhänge Bescheid wissen. 

 

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